Was der erste Social MonTalk brachte …

Neue Wege gehen! Veränderung – jetzt! Tun, was richtig ist! Österreich zurück an die Spitze!

Nein, nein, lesen Sie ruhig weiter, sie sind schon richtig – dieser Blog-Beitrag ist aus dem Hause der SPÖ Kärnten, nicht des politischen Mitbewerbers. Machen wir jetzt Werbung für die Türkisen? Wird das eine gehässige Nach-Wahlkampf-Besprechung? Weder noch. Tatsächlich setzen wir nur um, was andere plakatieren.

Seit gefühlten Ewigkeiten befinden wir uns einmal nicht in nationaler Wahlkampf-Ausnahmestimmung, wir sollten uns endlich einmal auf die politische Arbeit konzentrieren können und nicht auf politische Werbung.

In Kärnten ist die politische Arbeit seit 2013 sorgfältig und gewissenhaftohne Show, ohne Skandale und ohne Inszenierung. Nur, das reicht uns nicht. Es reicht nicht, nur heute Sicherheit und Stabilität im eigenen Land zu gewährleisten – wir müssen auch an das Morgen, an die Welt unserer Kinder und Enkel denken.

Wir müssen tatsächlich neue Wege gehen, wenn wir Pensionen und soziale Absicherungen, Gesundheitsvorsorge und Pflege, Innovation, Digitalisierung und Klimaschutz alles unter einem Hut bringen wollen – zum Besten aller Menschen in Österreich, das ist unser Auftrag, wenn wir den Sozialstaat weiter entwickeln und garantieren wollen.

2019 haben wir mit dem Umbau unseres Büros in der Lidmanskygasse begonnen, wir werden diesen Umbau auch 2020 fortsetzen – um die Türen unseres Hauses, um die SPÖ Kärnten, noch mehr für die Menschen unseres Landes zu öffnen. Wir schaffen mehr Platz für Diskussionen, Veranstaltungen, Austausch und eben auch und vor allem, jener Suche nach Antworten zu gesellschaftspolitischen Herausforderungen.

Das verstehen wir unter: Neue Wege gehen! Wir wollen einen offenen und gesellschaftspolitischen Zukunftsdialog als Prozess, an dem sich alle BürgerInnen und ExpertInnen beteiligen können und wir beginnen gleich jetzt damit!

Am 27.01.2020 fiel mit unserem ersten „Social MonTalk“ dazu der Startschuss. Jeden letzten Montag im Monat veranstalten wir eine Podiumsdiskussion zu gesellschaftspolitisch relevanten Zukunftsthemen mit Expertinnen und Experten, Bürgerinnen und Bürgern und – parteiübergreifend – der Politik.

Wir haben etwas ausprobiert, riskiert – und es hat funktioniert: An die 150 Gäste kamen um sich am Dialog zum Thema: „Der Wahn von Vollbeschäftigung: Welches Grundeinkommen brauchen wir?“, zu beteiligen – ein erster Baustein für ein gemeinsames Haus der Zukunft, wurde gesetzt.

Politik und Wirtschaft leiden gleichermaßen unter dem Verlust langfristiger Perspektiven infolge kurzsichtiger Erfolgskriterien. Hier ist es der Rhythmus von Wahlen, dort sind es die Forderungen nach Gewinn, die auf schnellen Wegen zu nahen Ziele führen. Dieser taktische Vorrang drängt die strategische Orientierung in den Hintergrund. Im Sinne von Nachhaltigkeit ist das für alle Organisationen, Institutionen, Unternehmen und somit unsere Gesellschaft insgesamt schlecht.

Als führende politische Kraft im Land will die SPÖ Kärnten dieser Entwicklung gegensteuern. Dazu möchten wir weder die Wahlen abschaffen noch das Gewinnstreben verbieten. Aber wir können einen Rahmen erzeugen, um ungestört von solchen Tageszwängen nachzudenken. Grübeln über die Zukunft von Kärnten. Beraten über die nächsten Jahrzehnte. Schienen legen für das Leben von Generationen. Nicht nur geistig. Immer mit Bodenhaftung. Das machbare Morgen im Visier. Das können und wollen wir nicht allein. Trotz aller Stärke der Sozialdemokratie im Land. Uns geht es um die langfristige Zukunft aller Kärntnerinnen und Kärntner. Das ist nicht nur die Zukunft unserer Parteigänger. Das ist auch die Zukunft unserer politischen Konkurrenten und ihrer Anhänger.

Nach den Grußworten von LH Peter Kaiser und einem Impulsvortrag von Dr. Markus Marterbauer, Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der AK Wien, startete die Podiumsdiskussion mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr.in Gaby Schaunig und Dr. Clemens Wallner, Wirtschaftspolitischer Koordinator der Österreichischen Industriellenvereinigung. Die Diskussion leitete Peter Plaikner.

Natürlich sorgte die Zusammensetzung der Gäste für Kontroversen – aber darum geht es – aus gegensätzlichen Perspektiven eine gemeinsame Vision zu schaffen. Denn bei all den konträren Zugängen, werden allzu oft, vor allem in der politischen Auseinandersetzung, Gemeinsamkeiten vergessen.

Erstens: Wenn es eine umgehende Erkenntnis aus dem ersten Social MonTalk gibt, dann ist es gleich eine ewige Wahrheit: Beim Redn kumman die Leit zsåm! Auch wenn sie gegensätzlicher Meinung sind!

Zweitens: Bildung ist, bei allen gegensätzlichen Ansichten, der gemeinsame Hebel, auf den sich alle verständigen können, um Chancengleichheit zu gewährleisten

Drittens und das nehmen wir in den nächsten Social MonTalk mit: Mehr Diskussion, weniger Podium! Das Vor, – und Detailwissen des Publikums macht lange Vorreden überflüssig und wir verlieren Zeit für Gespräche und Lösungen.

So wurden beim ersten Social MonTalk von den ExpertInnen sehr viel – genauso wichtiges – Zahlenmaterial geliefert. Doch dem Publikum ging es um den emotionalen Aspekt des Themas, die Frage warum Grundeinkommen im politischen Diskurs noch immer ein Tabuthema ist und ob Arbeit nur am monetären Wert gemessen werden soll?

Wir sind dankbar für jede Frage und jeden Lösungsansatz und ich möchte mich noch einmal herzlich bei den anwesenden Gästen für ihrer Partizipation bedenken. Das bringt uns weiter! Jedes Argument ist für uns ein wichtiges Mosaiksteinen, um ein Gesamtbild an Herausforderungen und Antworten, für eine Zukunft zu entwerfen, in dem sich möglichst viele Menschen wiederfinden.

Wir tun das Richtige, das einzig Richtige: Wir hören zu! Wir wollen lernen und das geht nur im direkten Austausch mit den BürgerInnen.

Gute Politik löst Probleme, ohne neue zu verursachen. Gute Politik ist im besten Fall kaum bemerkbar. Aber Slogans, Versprechen und schöner Schein – das ist keine Politik, das ist Marketing. Wir haben uns für die Alternative entschieden: Partizipation, Zusammenarbeit, Kompromisse und respektvoller Dialog auf Augenhöhe – das ist der Weg der SPÖ Kärnten und wir laden ganz Kärnten dazu ein sich zu beteiligen.

Ich würde mich daher freuen Sie beim nächsten Social MonTalk zum Thema: „Die Tücken der digitalen Kommunikation: Wie kommen wir besser ins Gespräch?“ begrüßen zu dürfen.

Als kleine Anregung für die nächste Veranstaltung:

PS: Österreich zurück an die Spitze – okay das ist ein reiner Marketing-Gag! Vielleicht nicht so hart wie „America first“, weil, unter uns, wann haben sich die Amis je dezent zurückgehalten? Aber Österreich? Österreich war und ist immer Spitze – geht ja nicht anders, ist voller ÖsterreicherInnen.

VORSCHAU!

Thema der 2. Veranstaltung:
Die Tücken der digitalen Kommunikation – Wie kommen wir besser ins Gespräch?

Montag, 24. Feber 2020 um 18 Uhr.
SPÖ Kärnten, Lidmanskygasse 15, Klagenfurt

Die Teilnehmerzahl pro Veranstaltung ist begrenzt, so dass wir eine frühzeitige, verbindliche Anmeldung empfehlen. Vielen Dank!

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Der Social MonTalk

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt!

Morgen schalte ich einen Tag lang mein Handy aus. Morgen beantworte ich einen Tag lang keine E-Mails, streame keine Filme, like kein Video, poste kein Foto. Oder vielleicht doch erst übermorgen? Weil morgen sollte ich zumindest vormittags fürs Büro erreichbar sein, einen Auftrag muss ich noch abschicken, die Kinder wollten am Abend die „Eisprinzessin“ sehen und Oma hat über WhatsApp eine Einladung zu ihrer Geburtstagsfeier geschickt – um Antwort gebeten!

Wir hatten wohl alle schon einmal, oder mehrmals, diesen Moment, in dem wir unsere ständige Erreichbarkeit verwünscht haben. Aber es sind Momente, im Großen und Ganzen hinterfragen wir die Kommunikation unserer Zeit nicht, sondern benützen sie, entwickeln sie weiter bzw. lassen sie fallen, wenn sie überholt ist.

Technologische Innovation, einerlei ob es die Entdeckung des Rades oder Twitter ist, ist immer das, was wir daraus machen: Sie ist nicht per se gut oder schlecht, Fluch oder Segen. Mit Ausnahme der Produkte, die im Dauerwerbefernsehen angeboten werden – die sind böse, alle.

Ganz im Ernst – unsere Gesellschaft hat sich immer im Dialog mit technologischer Innovation entwickelt, geprägt und geformt. Allerdings werden die Nischen immer seltener, die eine Verweigerung oder Ablehnung von neuer Technologie erlauben. Ein Faxgerät war eine geschäftliche Ja oder Nein-Option und privat eher eine „Schrulle“. Heute keine E-Mail-Adresse haben – das ist schrullig, weltabgewandt, extrem unterprivilegiert oder extrem privilegiert.

Eine E-Mail-Adresse bedeutet selbstverständlich noch nicht Digitalisierung. Aber es war einer der ersten Schritte und nun, heute, sind wir gefordert, mit Bedacht und Überlegung den nächsten zu setzen. Wir konnten uns einige Jahrhunderte lang an das Rad gewöhnen, an den Buchdruck und an die Aufklärung. Aber wir wurden – um bei dem Beispiel Kommunikation zu bleiben – in knapp zwanzig Jahren vom Wählscheibentelefon zum iPhone katapultiert. Das ist atemberaubend wenig Zeit und was kommt jetzt?

Was bedeutet die Digitalisierung für unsere Gesellschaft und unseren Alltag? Wie werden wir in Zukunft Arbeit definieren und welchen Stellenwert wird sie haben, wen sie großteils von Maschinen erledigt werden? Welchen Staat von morgen werden wir haben – Sozialstaat 4.0 oder „Jeder gegen jeden“? Was nützt es, einen Baum zu pflanzen, während die Welt brennt? Brauchen wir eine politische Vision für die Zukunft oder eine pragmatische? Ich denke, wir brauchen beides!

Die Zukunft ist das, was wir daraus machen. Die Zukunft zu formen heißt, heute die richtigen Fragen zu stellen. Je mehr Fragen, desto besser, je kritischer und unvoreingenommen desto größer die Chance, dass jede Idee, jede Maßnahme, die heute geboren wird, uns morgen nicht auf den Kopf fällt, sondern Früchte trägt.

Wichtigstes Steuerungsinstrument für unsere Zukunft ist noch immer die Politik. Aber auch in unserer politischen Entscheidungsfindung müssen wir im 21. Jahrhundert ankommen. Wir müssen Kompromissbereitschaft zeigen, aufeinander zugehen und alternative Lösungsansätze zulassen. Wir müssen den Mut haben, Fragen zu stellen und Antworten zulassen, die uns nicht gefallen.
Wir können nicht länger an Erfolgsmodellen festhalten – die zu ihrer Zeit richtig und wichtig waren – nun aber einer gesellschaftspolitischen Weiterentwicklung bedürfen. Die ös-terreichische Sozialdemokratie hat in der Vergangenheit Strukturen geschaffen, die für alle Menschen unseres Landes größtmögliche Wahlfreiheit und Chancengleichheit gewährleisten. Diesen Auftrag gilt es, konsequent weiter zu verfolgen, angepasst an aktuelle Lebensentwürfe und Vorstellungen.

Es braucht dazu neue Konzepte und Schulterschlüsse über Partei-, Staats- und auch Unionsgrenzen hinweg, damit wir für die in Kärnten, Österreich und Europa lebenden Menschen ein gesundes, menschliches und friedliches (Über-) Leben sichern können. Einerlei ob Kinderbetreuung, Karenzzeiten oder gesicherte Pflege – die BürgerInnen von heute erwarten sich in den Prozess der politischen Gestaltung miteinbezogen zu werden.

Der Social MonTalk ist ein Beginn. Ein erster Baustein, den wir für ein gemeinsames Haus der Zukunft setzen. Nicht die Denkwerkstatt einer kleinen Elite, sondern ein offener und gesellschaftspolitischer Zukunftsdialog als Prozess, an dem sich alle BürgerInnen und ExpertInnen beteiligen können.

Wir sind noch immer SozialdemokratInnen, wir bekommen immer noch eine Gänsehaut wenn wir die „Internationale“ hören und unser Pulsschlag erhöht sich, wenn wir von Solidarität sprechen. Aber das heißt nicht, dass wir uns blind und taub stellen gegenüber gesellschaftlichen Realitäten. Ganz im Gegenteil, wir wollen versuchen, technologischen Fortschritt zu nutzen, das Beste für die Menschen „herauszuholen“. Uns geht es darum, den konstanten Prozess der Bedeutungsgewinnung in unserem aktuellen gesellschaftlichen Umfeld mit einem politischen Ideal zu harmonisieren – nicht aufzuzwingen.

Wir wollen ihre Ideen hören, ihre Meinung wohin sich Kärnten, Österreich ihrer Ansicht nach entwickeln soll. Gemeinsam wollen wir die Richtung entscheiden, Wegmarkierungen und Grenzen festlegen. Wir wollen nicht von vorneherein unsere sozialdemokratische Meinung „aufzwingen“ sondern freuen uns darauf, wenn in Diskussionen, im Dialog mit den BürgerInnen, ExpertInnen und politisch anders gesinnten, Lösungsvorschläge für die Zukunft gemeinsam erarbeitet werden.

Natürlich, angesichts der globalen Herausforderungen, ist der Social MonTalk kein Allheilmittel und kein Patentrezept. Es ist das, was es ist: ein erster, bedächtiger Schritt in eine sich ständig verändernde, Neue Welt. Aber auch die erste Weltumsegelung begann nicht auf einem Aida-Kreuzfahrtschiff, sondern mit ein paar Mutigen, Verrückten und Neugierigen, die sich fragten, was wohl hinter dem sichtbaren Horizont liegen mag …

Ich lade Sie herzlich ein, mit uns an Bord zu gehen – am ersten Social MonTalk, am 27.01.2020 zum Thema: Der Wahn von Vollbeschäftigung: Welches Grundeinkommen brauchen wir?

Andreas Sucher, 23.1.2020

(Landesgeschäftsführer SPÖ Kärnten)

Die Teilnehmerzahl pro Veranstaltung ist begrenzt, so dass wir eine frühzeitige, verbindliche Anmeldung empfehlen. Vielen Dank!

Montag, 27. Jänner 2020 um 18 Uhr.
SPÖ Kärnten, Lidmanskygasse 15, Klagenfurt

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