Alexa tut was Mann ihr sagt. Widerspruchslos, höflich und gehorsam. Wenn sie einmal keine Antwort hat oder nicht sofort unsere Wünsche erfüllt, entschuldigt sie sich artig. Unterwürfig – ja beinahe devot – so werden wir von Alexa, Siri und Co bedient. Natürlich könnte man einwenden, dass niemand ein digitales Assistenzprogramm benötigt, das bockig und eigenwillig ist. Aber warum ist denn kein Mensch auf die Idee gekommen, diese Assistenzen auch mit der Option für männliche Stimmen zu programmieren? Warum machen wir, mit aller Selbstverständlichkeit, aus einem digitalen Assistenzprogramm, ein „digitales Dienstmädchen“?

An dieser Stelle werden vielleicht einige monieren, dass man es mit politischer Korrektheit und geschlechtsneutraler Sprache auch übertreiben kann. Kann man eigentlich nicht. Die Grenzen unserer Welt sind die Grenzen unserer Sprache – umgekehrt: Was sich aus meiner Sprache ausschließe, kann ich auch nicht in meine Welt integrieren. Wie wollen wir die Gehaltsschere schließen, wenn wir es nicht einmal von den Kollegen zu den KollegInnen schaffen? Wie sollen Frauen ohne Quotenlösung in Aufsichtsratspositionen kommen, wenn wir es nicht einmal schaffen das Binnen-I als Selbstverständlichkeit anzunehmen und Töchter in der Bundeshymne zu besingen?

Gerade in jüngster Vergangenheit wurde von der SPÖ, im freien Spiel der parlamentarischen Kräfte, wesentliche Gesetzte verabschiedet, die ein wenig mehr Gerechtigkeit und Gleichheit zwischen den Geschlechtern herstellen. Die volle Aufrechnung der Karenzzeit, der Papamonat – die sozialdemokratische Vision einer elitären Gesellschaft verwirklicht sich in diesen Gesetzen und bleibt politischer Kurs der SPÖ.

Das bedeutet selbstverständlich, auch mit Sensibilität und Aufmerksamkeit den Einfluss digitaler Arbeits- und Lebenswelten auf unseren Alltag zu beobachten. Von Bildbotschaften in Instagram-Postings über die Darstellung von Geschlechtern in Videospielen bis hin zur Frage: Alex oder Alexa? Technologischer Fortschritt ist nicht gleichbedeutend mit zivilisatorischer Weiterentwicklung. Die Gefahr besteht sogar, dass alte Dummheiten durch neue Technologien, weiter und öfter gestreut werden